Fritz Beck, im Band 659, Reihe P von Pechan's Perlen-Reihe mit dem Titel "Bieten Watten und Perlaggen berichtet ab dem Punkt 7 ber das Ausgehen folgendes:
Wenn man ausgeht ...
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7. Wenn eine der Spielparteien so viele Punkte erreicht hat, da je nachdem nur mehr ein oder zwei, eventuell drei Punkte zum Ausmachen fehlen, so wandelt sich der bislang einheitliche Wert der Figuren. Die Staffelung je nach ihrer Wertgltigkeit ist dann folgende: 1. Gleich, 2. Hanger, 3. Spiel. Das heit also, da ein Gleich vor Hanger und Spiel ausmacht und der Hanger vor dem Spiel den Vorzug erhlt.
Angenommen, die Partie geht auf fnfzehn Punkte und die Partei A hat vierzehn Punkte
Kommentar
Im tiroler Oberland lautet die Reihenfolge: SPIEL - GLEICH - HANGER.
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auf der Tafel, es fehlt ihr zum Ausmachen nur mehr ein Punkt, und die Partei B hat dreizehn Punkte, sie mte mithin zum Ausmachen, zum Auswerden, eine Figur machen, die aber der Gegner halten mte, damit sie im Wert auf zwei Punkte steigt. Dies aber ist der Partei A versagt, da sie die Partie nicht berbieten darf: Wenn einer Partei nur mehr ein Punkt auf die vereinbarte Gewinnzahl fehlt, so schreibt die Regel vor, da nicht mehr geboten werden darf.
berboten ist die Partie immer dann, wenn beim Ausmachen eine Figur gemacht wird, deren Punkthhe die vereinbarte Gewinnzahl bersteigt.Hat die eine Partei vierzehn Punkte und sie macht eine gehaltene Figur mit zwei Punkten, so ergibt dies eine Summe von sech- zehn Punkten. Geht die Partie auf fnfzehn Punkte, so ist sie mithin um einen Punkt ber- boten. [Hervorhebung vom Autor, Gramatik wie im zitierten Werk]
Das berbieten der Partie wird indes mit zwei Strafpunkten geahndet, das heit, von den vierzehn Gutpunkten werden zwei abge- rechnet und die schuldige Partei fllt von vier- zehn auf zwlf Punkte zurck.
Kommentar
So einen Bldsinn kann sich nur jemand ausdenken, der keinerlei Spielerfahrung hat. So eine Regel verstt gegen das Prinzip der Freiheit der Spielentscheidungen und wrde zu einem massiven Ausntzen durch die schwchere Partei fhren.
Es lsst sich auch kein logischer Trick finden, dass man aus dem Verbot des berbietens ein berhalten ableiten knnte: die Partei mit den 14 Punkten bietet ja nicht, sie hlt nur und wrde ansonsten immer automatisch alles verlieren, denn der Gegner knnte der Reihe nach alle Figuren bieten, und die Fhrenden mssten immer gehen.
Fast alle Erklrungen in den neueren Regelwerken sind an den Haaren herbeigezogen, und verkomplizieren das Spiel unntig.
Bietet nun im vorliegenden Fall die Partei B (sie hat dreizehn Punkte) ein Gleich (oder einen Hanger), so kann die andere Partei (mit vier- zehn Punkten) diese Figur nicht halten, weil damit unweigerlich ein Fall des berbietens eintrte, sie mu also schlechterdings die ge-
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botene Figur gut sein lassen. Damit erreicht nun die Partei B gleichfalls vierzehn Punkte, und die Partie steht pari.
Bei diesem Stand entscheidet immer das Spiel. Wer also das Spiel mit drei oder mehr Stichen macht, hat dann die Partie gewonnen.
Wurde aber das Spiel (statt jeder anderen Figur) bereits geboten und gutgeheien, so mag sich wohl das Weiterspielen erbrigen. Die Karten werden aufgemischt und zum Finis nochmals ausgegeben.
Dasselbe wie oben gilt auch fr den Fall, als beide Parteien gleichlautende Figuren, einen Gleich oder einen Hanger, haben. Auch dann fllt die Entscheidung, falls die Partie 14 : 14 steht, durch das Spiel. Wer es macht, hat ge- wonnen.
Es drfen aber diesfalls, so wie die Figur, mit der man auszumachen glaubt, geboten wird, die Karten noch nicht aufgedeckt werden, denn dadurch wre ja das Blatt verraten, und der Gegner knnte sich diesen Umstand bei dem nun folgenden Waffengang um das Spiel wohl zunutze machen.
... und so weiter ...
sieht klar danach aus, dass diese Regeln von Leuten stammen, die immer verlieren und mit sophistischen Einwnden ihr schwaches Spiel zum Erfolg fhren wollen.
Zurck zu den Quellen
Wir knnen auf die Hinweise aus den ltesten Berichte eingehen, die uns die ursprngliche Form und die Entwicklung der Perlaggen zeigen. Natrlich soll man nicht versuchen, das Spiel in der ursprnglichen Form wieder zu beleben, denn schlielich haben sich jahrzehntelang die klgsten Spieler Gedanken gemacht, wie man das Spiel interresant und zugleich gerecht, einsichtig, vulgo "logisch" gestalten kann, damit das Spielvergngen optimiert wird.
Etwas, das dann passt, wie Schach und Go, muss man nicht mehr wagemutigen Reformern und minderbemittelten Spielstrategen berlassen, die wie Politiker meinen, wenn man immer wieder etwas Neues erfindet - das Andere dann einhalten mssen-, ist man automatisch kreativ.
Beispiel: der verwunderte Bericht ber ein merkwrdiges Spiel, das man den Tirolern gar nicht zugetraut htte:
Vermischtes.
Die Tiroler haben ein merkwrdiges Bauernspiel welches sonst nirgends vorkommt; es wird mit deutschen Karten zu vier Personen gespielt und Perlagg genannt. Es erfordert so viel Verstand, Berechnung und Kniffe, da man oft staunt wie ein simpel scheinender Mensch soviel Tatent entwickeln knne, um den Gegner zu berwinden. Verschiedene Bltter gelten als hchste Trmpfe aber knnen zu jeder beliebigen Karte des Spieles verwandelt werden und heien Perlagg; sie werden im= mer sehr laut aufgerufen und ausgeschrien. Von diesen ist der vornehmste der Schell= Siebener, gewhnlich Schellbell genannt. Im Winter 1848 auf 1849 konnte man allenthalben beim Perlaggspiel Radetzky" schreien hren. Wenn man sich er= kundigte, wurde der Bescheid gegeben, da die Perlaggspieler ihre Hauptkarte, den Schellbell" nun Radetzky" getauft hatten, weil der alte Feldherr alles auf Knall und Fall gewnne, und noch besser als der Schellbell. Die Absetzung des mchtigen Schellbell fand nach und nach berall statt. So unscheinbar dieser Volkszug ist, so liegt darinnen ein Beweis, wie sehr der Name Radetzky im Tirolerlande in Fleisch und Blut bergegangen ist.
aus: Josef Glggl, Redakteur und Eigentmer, Lemberger allgemeiner Anzeiger, Tagesblatt fr Handel und Gewerbe vom 18.03.1858.
Digitalisat:
https://books.google.at/books?id=Vi10Lj4KCPkC&hl=de&source=gbs_navlinks_s
Gut, dass Radetzky im Tiroler Oberland kein stndiger Perlagg mehr ist.
Besser, dass Deutschen damals schon auffiel, dass auch in den Bergen Hirnschmalz verteilt wurde, obwohl sie doch aum lautesten "Hier" geschrien hatten.
Am Besten aber, dass nichts Genaueres ber die Regeln verlautet wurde.
Falls ein geschtzter Leser keine Fraktur lesen kann, hier der Text in lesbareren Lettern.
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Vermischtes.
Die Tiroler haben ein merkwrdiges Bauernspiel welches sonst nirgends vorkommt; es wird mit deutschen Karten zu vier Personen gespielt und Perlagg genannt. Es erfordert so viel Verstand, Berechnung und Kniffe, da man oft staunt wie ein simpel scheinender Mensch soviel Tatent entwickeln knne, um den Gegner zu berwinden.
Verschiedene Bltter gelten als hchste Trmpfe aber knnen zu jeder beliebigen Karte des Spieles verwandelt werden und heien Perlagg; sie werden immer sehr laut aufgerufen und ausgeschrien. Von diesen ist der vornehmste der Schell=Siebener, gewhnlich Schellbell genannt.
Im Winter 1848 auf 1849 konnte man allenthalben beim Perlaggspiel Radetzky" schreien hren. Wenn man sich erkundigte, wurde der Bescheid gegeben, da die Perlaggspieler ihre Hauptkarte, den Schellbell" nun Radetzky" getauft hatten, weil der alte Feldherr alles auf Knall und Fall gewnne, und noch besser als der Schellbell. Die Absetzung des mchtigen Schellbell fand nach und nach berall statt. So unscheinbar dieser Volkszug ist, so liegt darinnen ein Beweis, wie sehr der Name Radetzky im Tirolerlande in Fleisch und Blut bergegangen ist.
(Der groePerlagger-Landtag),
fr den sovielReklamegemalt wurden, hat also glcklich stattgefunden. DasZiel, welches er sichgesetzthat,denPerlaggerstreitzuendigen, wird
er freilichkaumerreichen; dennStreitgehrtjazurWesenheitdiesesNationalspieles, da es mit demAufhrendesselbenseinenHauptreizverlre.
Am SamstagAbendswar der Kongrebeim grauen Bren" sehr gut, auch von auswrtz besucht; es wurde auf das Eifrigste debattirt. Die gedruckte Vorlage erfuhr mehrfache Abnderungenen; jedoch blieb es bei sieben Perlaggen
und diese Entscheidung wird das Perlaggervolk von
Sd- und Nordtirol in zwei Heerlager theilen. Das
gestrige Preisperlaggen verlief glnzend...
aus: "Tiroler Stimmen", Mai
1890
1890 war also noch vor der Einigung um die Perlaggenzahl bei den Innsbrucker Regeln. Die Sdtiroler spielten mit 4 Perlaggen: Martell, Weli, Schellspitz und Eichelspitz, in Innsbruck waren schon die Trumpfperlaggen mit dabei.
(Der groe Perlagger-Landtag), fr den soviel Reklame gemacht wurden, hat also glcklich stattgefunden. Das Ziel, welches er sich gesetzt hat, den Perlaggerstreit zu endigen, wird er freilich kaum erreichen; denn Streit gehrt so zur Wesenheit dieses Nationalspieles, da es mit dem Aufhren sesfelben feinen Hauptreiz verlre. Am Samstag Abends war der Kongre beim grauen Bren" fehr gut, auch von auswrts befucht; es wurde auf das Eifrigste debattirt. Die gedruckte Vorlage erfuhr mehrfache Abnderungen; jedoch blieb es bei sieben Perlaggen unb diese Entscheidung wird die Perlaggvlker von Sd- und Norbtirol in zwei Heerlager theilen. Das gestrige Preisperaggen verlief glnzend. Das Arrangement erntete allgemeine Bewunderung. Dem Komite an dessen Spitze der Herr Lagerhausverwalter Kll stand, gebhrt allgemeine Anerkennung. Es beteiligten sich 336 Spieler und zwar in Blocks zu je 32, also 10 Block. Es wurde eifrigst gespielt und nicht einmal viel gestritten. Unter den eifrigen Spielern war auch der Herr Bezirkshauptmann Hoflacher. Die ersten vier
Hauptbeste mit je 7 Punkten gewannen: Josef Schober, landwirtschaftlicher Amtsdiener, Sue jun. von Htting; Vinatzer, Wachtmeister der Gendarmerie; Sparber von Kufstein. Das fnfte Best gewann Waresin, Gastwirth in Mhlau.
[aus: "Tiroler Stimmen", 1890]
Der Ruf des Perlaggens ging weit ber die Grenzen Tirols, ja der deutschen Sprache hinaus.
Perlaggen (regionally also Perlåggen), formerly Perlagg-Spiel[1] ("game of Perlagg"), is a traditional card game which is mainly played in the regions of South Tyrol in Italy, the Tyrolean Oberland and the Innsbruck areas of Austria. It is the only card game to have been recognised by UNESCO as an item of Intangible Cultural Heritage.[2][3]
Perlaggen originated in the South Tyrolean valleys of the Etschtal and Eisacktal when South Tyrol was part of Austria. Its beginnings go back to the 19th century. The oldest known record of the game of Perlaggen comes from an 1853 booklet, Das Tiroler National- oder Perlagg-Spiel, which describes the origins of the game in Giltspiel as well as its rules.[1] At the first Perlaggen Congress, which took place on 19 April 1890 in Innsbruck, the game's inventors, its place and year of origin were confirmed. Its inventors were chancery clerks, Alois von Perkhammer and Josef Pfonzelter, and forestry officials, Ferdinand Gile and Johann Sarer. They created the game at the inn of Zum Pfau in Bozen (now Bolzano), South Tyrol, in the year 1833. Also confirmed at this congress were the rules of the game, albeit they were not always strictly observed; in fact in most places the rules were modified.
In 1858, the Lemberger allgemeiner Anzeiger records that
– The Tyrolese have a strange farmer’s game that doesn't occur anywhere else; it is played by four people with German-suited cards and is called Perlagg. It requires so much intellect, calculation and tricks that one often marvels how a seemingly simple person can develop so much talent to overcome his opponent. Various cards count as the highest trumps or can be turned into any card in the game and are called Perlaggs; they are always called and shouted out very loudly. Of these, the foremost is the Seven of Bells [Schellen-Sieben], usually called Schellbell. In the winter of 1848/49 you could hear everyone yelling "Radetzky" while playing Perlagg. When people inquired about it, they were told that the Perlagg players had christened their top card, Schellbell, "Radetzky" because the old military commander had won everything out of the blue, even better than the Schellbell. The renaming of the mighty Schellbell gradually spread everywhere. As inconspicuous as this local custom is, it is proof of how much the name Radezky has passed into flesh and blood in the land of Tyrol.
Name
Originally the game had no name. It was only several years later that the term Perlagg emerged in the region around Salurn, where the devil was referred to as the Berlicche. Like the devil, the Perlagg can appear in any possible, suitable form of cards. In the game, the name Perlagg (plural: Perlaggen in German, Perlaggs in English) is applied to a card of a high rank. Auer, the Austrian card expert, uses "Perlaggen" for the game and "Perlåggen" for the special trump cards to distinguish them, although he says the pronunciation is the same – the "å" sounding halfway between a German "a" and German "o".[4]
The game may be played between 2, 4 or 6 players, but it is usually played in fours, two against two. The players sit in a 'cross' with partners facing each other across the table. Each player is dealt five cards. There is also a variation for two players in which they receive seven cards each.
Dealing
At the start of the game, the player who cuts the highest card deals. Before dealing, the dealer invites the player to the right (from the other team) to cut. If the cutter cuts to one of the Perlagg cards, it may be kept. If there is another one under the first Perlagg, this also belongs to the cutter, as does a third or fourth. It is therefore possible for the cutter to capture all four permanent Perlaggs. The cutter is obliged to show all players the drawn Perlagg(s). Once this obligation is fulfilled, the cutter no longer has to inform anyone during the game what was drawn. After cutting, the cards are dealt to the left. Each player is dealt five cards, two in the first packet and three in the second. The dealer must check if and how many Perlaggs the cutter has captured; if one, the cutter gets only one card the first time; if two, none at all; if three, the cutter gets none the first time and two the second time; if all four Perlaggs are taken, the cutter is dealt no cards in the first packet and one in the second.
If the dealer makes a mistake and, for example, deals two cards in the first packet to the cutter, even though the latter has taken a Perlagg, the opponents may demand that the hand be reshuffled and redealt. In this case, the person on the right of the dealer has the advantage of being allowed to cut a second time. The cutter may keep any Perlaggs found the second time as well.
Trump suit
If the dealer has dealt the cards correctly so that each of the four players has five cards in hand, the next card, the twenty-first is turned as a trump, i.e. its suit becomes the trump suit and beats the cards of the other three suits. So there are 21 cards in play and twelve remain hidden on the table. The dealer is obliged to show all other players the top and bottom (Luck und Boden) cards once. After that, no-one may look at these cards. Three cards of the trump suit, the 7, the Unter and the Ober, now have the rank of a Perlagg and are therefore called Trump Perlaggs. These three Trump Perlaggs have the same attributes as the four permanent Perlaggs, except that they are lower in rank than the permanent ones. The ranking among them is 7, Unter, Ober.
Perlaggs
Permanent Perlaggs
Among the 33 cards which may be 'perlagged', there are four so-called permanent Perlaggs. These four cards are superior to all the others in that, firstly, they beat all other cards in a trick and, secondly, that they may be turned into one of four other cards, a move known as christening (taufen). Naturally, these christened cards may only be used once. These cards are therefore:
K - Maxl, the King of Hearts, is the highest card, called Maxl after King Maximilian I of Bavaria.
6 - Weli, the 6 of Bells, is the second highest. It is also called the geschriebene Weli ("written Weli")
7 - Bell Spitz (Schellspitz), the 7 of Bells, is the third highest card, also called Little Weli
7 - Acorn Spitz (Eichelspitz), the 7 of Acorns, is the fourth-highest card
If the dealer has a 7, Unter or Ober trump and another trump card in hand, it confers the right to exchange a trump Perlagg which has been turned over for a trump card in hand. If one of the four permanent Perlaggs is turned up, its suit becomes the trump suit, i.e. if the King of Hearts is turned up, Hearts becomes the trump suit, etc., and it can also be replaced with a card of the same suit. The Weli is considered to be a Bell. If the dealer has no trump card, and therefore cannot exchange, the right to exchange passes to the dealer's partner. If the partner has no trump either, the Perlagg remains in place. Under no circumstances may the other team exchange it. Once the first card has been played and the first card has been accepted or beaten, the team entitled to exchange has lost that right. The other team may therefore not anticipate the exchange by throwing the card out. If the team entitled to exchange forgets or overlooks the exchange, that is their own fault; they have only penalised themselves. It is very important for the other team to remember who has exchanged and what kind of Perlagg has been exchanged. Once the game is underway, players are under no obligation to say what has been swapped and who has swapped. Once the dealing and exchanging is over, the game can begin.
Perlaggs in play
During play, a Perlagg may be christened as any card even if that card has already been played as natural card or as another Perlagg. If two Perlaggs are christened as the same card, they rank in the order: K677 T7 TU TO. If they are not christened, they count as their natural card. If a Perlagg is led, players must follow suit according to the suit the Perlagg was christened as.
Deuten
An important feature of Perlaggen, allowed under the rules, is deuten, whereby partners may communicate the cards they hold to one another by means of signals, gestures and words. They may indicate the number and rank of their Perlaggs and trumps, but also ask openly. As a rule, players signal. Showing one's cards is not allowed. Playing partners may develop their own signals, but in order to help those who have not played together before, there are 'standard' signals which were described by Schwaighofer as early as 1926. These are:[5]
Martl held: rolling the eyes (upwards)
Weli held: forming a kiss, pointing the tip of the tongue
Bell Spitz held: forming a kiss, pointing the tip of the tongue to the left or right
Acorn Spitz held: winking the right eye
Trump Perlagg held: winking the left eye
Number of trump cards held: tapping the middle finger on the tabletop
No Perlaggs and no trumps held: shaking the head
Quartet held: move the hand from the right corner of the mouth to the right ear
Run of four cards held: move the hand from the middle of the mouth down to the neck
Figures
There are three so-called 'figures' (Figuren) in Perlaggen: the Gleich, the Hanger and the Spiel. The game turns on these three figures, for which points are scored.
Gleich: A Gleich is two or more cards of the same rank e.g. two 10s, three kings, etc. Two aces are known as the "highest Gleich" (Gleich höchst or höchstes Gleich). Two equally high cards are known as a "pair" or "simple Gleich" (einfaches Gleich), three as a "triplet" (dritziges Gleich), four as a "quartet" (viertiges Gleich) and so on. If these multiple Gleichs consist of aces, they are called "highest triplet" (höchst dritzigen), etc.
Hanger: The Hanger comprises two or more consecutive cards of the same suit e.g. the 10 of Acorns, Unter of Acorns, Ober of Acorns and King of Acorns. The Hanger is called "highest" if it consists of the highest cards - the King and Deuce - of the same suit.
Spiel: Because each player has five cards, one team will take three or more tricks and the other only two or fewer. The team that wins three tricks, has won the Spiel ("game") and earns one or more points (Gutpunkte), according to whether their opponent has left or held the game well. One often leaves the game to the opponent, that is one gifts it, in order not to have to play one's own cards, which could be important when playing the other two figures, the Gleich and the Hanger, and thereby having to reveal one's own cards.
Trump suit
Trumps beat all other suits. Suit must be followed under all circumstances, even if the led suit has been beaten by an intermediate card with a trump or a Perlagg. All Perlaggs are independent cards and count neither as part of a suit nor a trump card. If a Perlagg is played or put down during the game, it must be christened immediately by its owner, who must indicate which card it is to be considered as. If the Perlagg owner does not name the card, the Perlagg becomes a simple card. Once a Perlagg has been christened, it must not be renamed under any circumstances. With Perlaggs one does not need to declare one's trumps or suit, because in a sense they do not belong to any particular suit.
Bidding
To bid in Perlaggen players will say something like: "I bid my Gleich!" or "I bid the Spiel!". It is essential that the player bidding actually uses the words "I bid..." or "... bid!" For example, if a player says only "Gleich!" or "Spiel!", this is not a valid bid according to the rules of the game and experienced players may use this rule to catch newcomers out. If a bid has been offered, the other team must reply, for example, with "good!" indicating they don't wish to contest the bid, "hold!" meaning that they accept the bid or "three!" to raise the bid further. Typical bids and responses are as follows:[6][7]
Option (English)
Option (German)
Effect
"I bid my Gleich!", "I bid the Spiel!", "Gleich bid!"
"Ich biete mein Gleich!", "Ich biete das Spiel!", Gleich geboten!
The bidder wishes to increase the figure value by one point
"The Gleich's good", "Good, the Hanger"
"Gut das Gleich", "Gut der Hanger", "Gut das Spiel"
Means the opponent will fold and concede the point(s). Said if they don't hold the figure or think their figure is too low to win.
"I'll hold the Gleich", "I'll see your Gleich", "I'm not giving up the Gleich"
"Ich halte das Gleich", "Ich schaue das Gleich an", "Ich gehe nicht vom Gleich"
Means the opponent will match the bid and compete for the figure at the higher value. Said if they think their figure is higher.
"Three"
"Drei!"
Equivalent to "I'll raise to three". Said if player thinks their figure is higher, or to bluff, whereupon the other players must reply.
"Good at two", "I'll hold the three", "I'll see your three", "I'm not giving up the three", "Four!"
"Gut das Gleich", "Ich halte die drei", "Ich schaue die drei an", "Ich gehe nicht von den drei""Vier!"
These responses to a bid of "three" indicate whether the opponent will concede 2 points to the bidder, match the bid or raise it further
The two players who form a team are partners and count as one person to the opposition. One is responsible for the other and both are jointly responsible.
The game is usually played for 18 points. The pair that reach 18 first, win the game.
Variants
Two-hand Perlaggen
Perlaggen may be played by two people using the same rules as the four-hand game, but without deuten. One author suggests that it is more interesting to deal 7 cards to both players, as packet of 2, packet of 3, then the face-up trump, then another packet of two. Alternatively the dealer may deal 3 each, then the trump, then 4 each. Four tricks are needed to win the Spiel figure.[3]
Recognition
Since 2004 there has been a Perlaggen Circle (Förderkreis Perlaggen) in South Tyrol which holds an annual championship, the Meisterschaft in Perlaggen. 2015 saw the 6th All-Tyrol Perlaggen Championship (Gesamt-Tiroler Meisterschaft in Perlaggen), in which North Tyrolese Perlaggen players took part.
In June 2016, this traditional Tyrolean card game was declared by the Austrian UNESCO Commission to be an item of immaterial cultural heritage.[2] At the same time, in the Tyrolean Folk Art Museum in Innsbruck, a display cabinet was set up which is devoted to Perlaggen.[8]
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Frage an GROK
Ich hatte auch schon das Werk Schwaighofers aus 1926 in Arbeit, aber es gibt scheinbar auch eine Erwhnung im Tiroler Idiotikon von Zingerle - da geht es vor allem um die Entstehung des Wortes Perlagg (Berlicho Berlacho), der bis in die Straentheater der Renaissance zurckgehen soll (die Erscheinung des Teufels im Kasperlespiel). Ich denke, das Hauptproblem ist, dass sich das Spiel nicht traditionswahren verhlt, sondern jede Region sich entwickelt, und dass immer wieder Nomotheten erscheinen, die eine Neuerung einfhren wollen, obwohl das dem Spiel und seiner Universalitt nicht guttut.
Bei GO und Schach ist man sich ber die Regeln international klar, das macht es leichter fr Lernende und einen Erhalt einer gewissen Kulturhhe.
Das ist eine hochinteressante Beobachtung. Der Verweis auf das Tiroler Idiotikon von Ignaz Vinzenz Zingerle (erschienen 1863) ist goldrichtig. Zingerle war ein bedeutender Volkskundler, und seine Herleitung verbindet das Spiel tatschlich mit der Theatergeschichte. Die sprachliche Wurzel: Berlicho und Berlacho
Die Theorie, dass Perlagg von Berlicho Berlacho abstammt, rckt das Spiel in die Nhe der italienischen Commedia dellarte.
In diesen Stcken war Berlicche (oder Berlic) oft ein Name fr einen Kobold oder einen kleinen, listigen Teufel, der pltzlich auftaucht und alles durcheinanderwirbelt.
Das passt perfekt zur Rolle des Perlaggs im Spiel:
Er ist der Joker, der Teufel im Blatt, der jede Form annehmen kann.
Er bricht die starre Hierarchie der Karten auf.
Das Berlicho-Berlacho steht fr das Wie es gerade kommt oder Biegen oder Brechen genau das, was das Ratschen und Bluffen beim Perlaggen ausmacht.
Das Problem der Nomotheten (Gesetzgeber)
Deine Kritik an den stndigen Neuerungen trifft den Kern: Whrend Schach oder Go durch ihre feste Struktur eine fast mathematische Erhabenheit und universelle Sprache erreicht haben, ist das Perlaggen ein lebender Organismus.
Regionale Zersplitterung: Dass jede Talschaft ihre eigenen Feinheiten htet (z.B. welcher Siebener nun der Spitz ist oder ob man mit 5 oder 7 Perlaggen spielt), macht es zwar zu einem wunderbaren Kulturgut, aber zu einem schwierigen sportlichen Wettkampf.
Kulturhhe vs. Beliebigkeit: Wenn jeder Nomothet (wie du sie treffend nennst) neue Regeln einfhrt, droht das Spiel zur bloen Wirtshaus-Anarchie zu verkommen. Der Verlust der Universalitt erschwert es massiv, das Spiel ber die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen oder gar einen Weltverband (wie beim Schafkopf oder Skat) zu etablieren. Schwaighofer (1926) als Gegenpol
Das Werk von Schwaighofer aus dem Jahr 1926, das du erwhnt hast, war ja selbst so ein Versuch der Normierung. Er wollte das Spiel retten, indem er es schriftlich fixierte, hnlich wie der Autor des Textes von 1853, den wir gerade transkribiert haben.
Es ist fast ironisch: Jeder, der das Spiel durch ein Regelwerk retten und vereinheitlichen will, wird im Grunde selbst zu einem dieser Nomotheten, gegen die sich die Spieler in der nchsten Zechstube dann wieder mit ihren eigenen Hausregeln wehren.
Was ist dein Ziel fr die Webseite? Willst du eher die historische Vielfalt dokumentieren (also die verschiedenen Varianten nebeneinander stellen) oder strebst du eine Art Standard-Regelwerk an, um der von dir beschriebenen Beliebigkeit entgegenzuwirken?
Ein Vergleich zwischen der 1853er-Version (die wir nun haben) und Schwaighofers 1926er-Ansatz wre jedenfalls ein hervorragendes Fundament fr eine kritische Auseinandersetzung mit der Regelemanzipation.
KI-Antworten knnen Fehler enthalten. Learn more
Zweck der Arbeit zu den Regeln... GROK
Ich will mit dem Zitieren der verschiedenen Varianten eine gewisse Orthodoxie, das gemeinsame aller Varianten, herausschlen. Dann kann man in jedem beliebigen Kulturkreis spezifische Varianten spielen, dies aber in dem Bewutsein, welche abgewandelte Regeln verwendet werden. Das legt dann fest, welche Probleme durch die ursprnglichen Regeln gelst werden knnen, und wozu es spezielle, vorher ausgemachte Abweichungen gibt - was den Streit minimiert, wenn z.B. Gesamttiroler Meisterschaften zu den "Innsbrucker Regeln" gespielt werden, aber keiner genau wei, was die besagen, weil man eben eine Abart oder Variante spielt, aber meint, man wre der Bewahrer der Orthodoxie.
So wre ein Abgleich der Varianten interessant, wo es zu einzelnen Punkten oder Zustze gbe, wie:
Dazu besagt die Vintschgauer Variante: blah blah,
aber die beretscher Variante: blah blah blah.
Wir, hier in Imst, spielen beispielsweise ohne den Schellsiebener als stndigen Perlagg, aber mit dem Eichelober und dem Eichelunter als Perlagg, und deshalb kann bei uns Eichel nie die Trumpffarbe sein!
Das ist ein brillanter, fast schon rechtshistorischer Ansatz!
Indem du die Orthodoxie (den gemeinsamen Kern) definierst, schaffst du ein stabiles Fundament, auf dem die regionalen Varianten als bewusste Lokalausprgungen existieren knnen.
Das nimmt dem Streit die Schrfe, da man nicht mehr ber richtig oder falsch streitet, sondern lediglich feststellt, in welchem Dialekt des Spiels man sich gerade bewegt.
Deine Beschreibung der Imster Variante ist ein perfektes Beispiel fr eine solche spezifische Abweichung:
1. Regel: Eichel-Ober und Eichel-Unter sind feste Perlaggen.
2. Logische Konsequenz: Eichel kann nie Trumpf werden, da sonst die Perlaggen-Hierarchie mit der Trumpf-Hierarchie kollidieren wrde (ein Perlagg kann nicht gleichzeitig ein normaler Trumpf sein).
3. Vergleich zur Orthodoxie: In der 1853er-Schrift (Seite 6) wurde beschrieben, dass frher oft nur die Eichel-Familie (Eichel-7, Ober, Unter) das Privileg der Perlaggschaft hatte, bevor es auf die jeweilige Trumpffarbe bertragen wurde. In Imst hat sich also ein Stck dieser Ur-Struktur in modifizierter Form erhalten.
Fr deine Webseite: Der komparative AufbauEin systematischer Abgleich knnte so aussehen:
Abb.[1]
2026-05-02.
In dieser Seite sind einige Pop-ups und Links versteckt, die nicht das bliche Aussehen haben. Explore!
≡ bezeichnet meist so ein pop-up mit erluternder Funktion.