1.1 Verwendete Karten
Das Kartenset der
≡"Doppeldeutschen Karten"besteht aus den 4 Farben Herz, Schell(en), Laub und Eichel, jeweils vom Sieberner bis zum Zehner, sodann aus Unter, Ober, Knig und den Assen.
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1979: Piatnik & Shne
(Doppeldeutsche Karten)
"In vielen deutschsprachigen Gebieten, in Sachsen wie in Schwaben, in Thringen wie in Bayern oder Tirol spielt man nicht nur in den Drfern heute
noch mit Karten, die fr einen Fremden eigenartig gekennzeichnet sind; sie zeigen diese Symbole: Schellen eine gelb-rot-grn gefrbte kugelige Schelle (ein Dialektwort fr Glckchen), in der
Form den italienischen Danari hnlich; Schippen frher auch Laub oder Grn genannt, ein grnes Blatt, dem franzsischen Pique hnlich; Eichel die stilisierte Frucht der Eiche, ebenfalls
gelb-rot-grn gefrbt; Herz auch Rot genannt, das rote Herzzeichen, dessen rechte Hlfte mit schwarzen Strichen schattiert ist. Diese Schattierung der rechten Hlften findet man auf den heutigen Spielkarten auch bei den drei anderen Zeichen."
-- Quelle: Claus de Grupp, Spielkarten und ihre Geschichte: Historisches um des Teufels Gebetbuch, Leinfelden 1973, S 39
1979: Piatnik & Shne lieferten Karten aus, die das Kartenbild zweifach, gespiegelt darstellen.
Die Karten zeichnen sich dadurch aus, dass man sie immer schon erkennen kann, wenn nur eine kleine Ecke aus der "Hand" hervorlugt. Man braucht sie nicht in die aufrechte Lage drehen, und Farbe und Wert sind in den Ecken erkennbar.
| Herz |
 |
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| Schell |
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| Laub |
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| Eichel |
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Dazu kommt der sog. geschriebene Sechser oder Weli, in anderen Spielen auch als Schell Sechser verwendet, womit sich 33 Spielkarten ergeben.
Varianten: Sdtirol: einfachdeutsche Karten; Bayern: Schafskopfkarten
¬ Andere Lnder, andere Sitten ...
Perlaggen.
(Sdtiroler Version)
Wer sich an dieses klassische Tiroler Spiel heranwagen will, sollte tunlichst schon im Bieten und Watten gebt sein - das Perlaggen verbindet Elemente aus beiden Spielen. Gespielt wird zu viert (zwei Parteien) mit dem deutschen Blatt zu 32 Karten. Dazu kommt eine 33-ste Karte, der Weli mit der Funktion eines Jokers. Die Hauptkarten in aufsteigender Rangfolge: Sieben. Acht, Neun. Zehn. Unter. Ober. Knig und As. Jeder Spieler bekommt fnf Karten (1x2, 1x3 in zwei Durchgngen), der Reststapel wird unbesehen weggelegt.
Das Spiel hat seinen Namen von zwei Gruppen von Karten mit Sonderfunktionen, den Perlaggen
1. wertkonstante Perlaggen sind (in absteigender Rangfolge) der Herzknig (Martell), der Weli, die Schellensieben und
die Eichelsieben. Diese vier Karten knnen je nach Spielverlauf in beliebige andere Karten umgetauft werden, in jedem Spiel allerdings nur einmal.
2. Trumpf- oder Atoutperlaggen sind (in absteigender Rangfolge) die Sieben, der Unter und der Ober in der jeweiligen Trumpffarbe. Die Atout-perlaggen stehen im Rang unter den wert-konstanten Perlaggen.
Die Trumpffarbe wird nach dem Geben festgestellt. Der Geber hebt die oberste Karte des Reststapels ab. Sie bestimmt, welche Farbe Trumpf wird. Deckt er dabei einen Trumpfperlagg auf, mu er ihn gegen eine andere Trumpfkarte austauschen. Falls er keine solche besitzt geht das Tauschrecht auf seinen Partner ber. Deckt dagegen der Abheber (Spieler rechts vom Kartengeber) vor dem Geben einen Perlagg auf, darf er ihn behalten und bekommt dafr beim Geben eine Karte weniger.
Beim Perlaggen gibt es die schon beim Bieten (Seile 172) enwhnten Figuren Gleich (bis zu fnf Karten gleicher Werthhe), Hanger (bis zu fnf Karten einer Farbe in ununterbrochener Wertfolge) und Spiel (drei der fnf mglichen Stiche = Spielgewinn). Gewertet wird jeweils die hchstwertige Figur, und zwar mit je einem Punkt. Figuren ansagen knnen kontriert werden, und zwar bis zum Siebenfachen des Spielwertes oder bis zum Spielaus.
Beim Perlaggen gilt Farbzwang, aber kein Stichzwang. Der Farbzwang gilt nicht fr die Perlaggen, solange sie noch nicht umgetauft sind. Die Stiche werden nicht gesammelt und weggelegt, sondern jeder legt die von ihm ausgespielten oder zugegebenen Karten offen vor sich auf den Tisch, von links nach rechts geordnet. Wie beim Watten ist mimische Verstndigung der Spielpartner ausdrcklich erlaubt.
Gespielt wird bis zu einer Hchstpunktzahl (z. B. 15). Wer sie berschreitet, bekommt Punktabzge (z. B. 2 Punkte).
1.2 Kartenwerte
Die
≡"Kartenwerte"
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und zwar:
verwendete Karten
Von den 4 Farben Herz, Schell, Laub und Eichel verwendet man jeweils die Zahlkarten von 7 bis 10 und die Bildkarten vom Unter ber Ober und Knig bis zur Daus, der Doppel-Ass (von lat. as = eine).
Die Motive entstammen Friedrich Schillers Drama von Wilhelm Tell aus dem Jahr 1804 und den vier Jahreszeiten:
- Herz (Rot)
- Herz Unter: Kuoni, der Hirt
-
Ober: Hermann Gessler
-
Daus (auch As genannt): Frhling, eine Blumen pflckende junge Frau
-
Schell(en)
-
Unter: Itell Reding
-
Ober: Stssi der Flurschtz
-
Daus: Sommer, eine Heu mhende junge Frau mit Sichel
-
Laub (Grn)
-
Unter: Walter Frst
-
Ober: Ulrich Rudenz
-
Daus: Herbst, zwei Jungen, die Weintrauben verarbeiten
-
Eichel
-
Unter: Rudolf Harras
-
Ober: Wilhelm Tell
-
Daus: Winter, eine alte Frau, die Feuerholz trgt
& last, but not least, der geschriebene WELI, der Schell Sechser.
Anders stellt sich die Sache in der Wikipedia dar:
Wissenswertes ber Wilhelm Tell Jasskarten
In sterreich, Ungarn, der Slowakei, Slowenien, Kroatien, Teilen Bosniens und Teilen Tschechiens ist ein Blatt in Verwendung, das dieselben Farben wie das Bayerische Blatt verwendet und mit Persnlichkeiten aus der Wilhelm-Tell-Sage bebildert ist.
Die Tell-Karte entstand zur Zeit der ungarischen Aufstnde gegen die Habsburger. Um die Zensur zu umgehen, die die Bebilderung mit Fhrern des Aufstandes verhindert htte, griff man auf die Wilhelm-Tell-Sage zurck, die ja auch einen Aufstand gegen die Habsburger zum Gegenstand hat. Friedrich Schillers Schauspiel Wilhelm Tell war 1827 im siebenbrgischen Klausenburg (ungarisch Kolozsvr, rumnisch Cluj-Napoca) aufgefhrt worden. In einer englischen Privatsammlung entdeckte man 1974 die ltesten dieser Karten, auf denen auch die Daten gefunden wurden: "Zu finden bei Joseph Schneider in Pesth." In sterreich ist dieses Blatt als doppeldeutsch bekannt. Interessanterweise ist trotz der Bebilderung mit Persnlichkeiten aus der Schweizer Geschichte dieses Blatt in der Schweiz nahezu unbekannt.
Unter, Ober und Daus jeder Farbe zeigen jeweils eine bestimmte Person (Unter, Ober) aus Friedrich Schillers Tell-Drama oder eine Jahreszeit (Daus). Diese sind:
Herz
Unter: Werner Stauffacher oder Kuoni, der Hirte
Ober: Hermann Gessler
Daus: Frhling, eine Blumen pflckende junge Frau
Schellen
Unter: Arnold von Melchtal oder Itel Reding
Ober: Stssi, der Flurschtz
Daus: Sommer, eine Heu mhende junge Frau mit Sichel
Grn
Unter: Walter Frst
Ober: Ulrich von Rudenz
Daus: Herbst, zwei Jungen, die Weintrauben verarbeiten
Eichel
Unter: Rudolf Harras
Ober: Wilhelm Tell
Daus: Winter, eine alte Frau, die Feuerholz trgt
(Quelle: Wikipedia)
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folgen der blichen
Reihenfolge:
7-8-9-10-Unter-Ober-Knig-As.
Als Besonderheit kommen aber einigen Karten stndig oder je nach Spiel besondere Werte zu:
- eine der Farben Herz, Laub und Schell kann zur Trumpffarbe bestimmt werden
, und
- einige Karten sind stndig Trumpf (stndige Perlaggen),
die sich mit den jeweiligen Trumpfperlaggen die
zustzlichen
Fhigkeit teilen,
zu jeder beliebigen anderen Karte getauft
werden zu
knnen.
Es sind dies, in der Stichreihenfolge von unten nach oben:
Eichel Ober, Eichel Unter, Eichel 7
Trumpf Ober, Trumpf Unter, Trumpf 7 (Spitz, kleiner Weli)
Weli, Herz Knig.
Damit hat jedes Spiel 8 Perlaggen, davon 5 "stndige" und 3 in der jeweilig
aufgeschlagenen Trumpffarbe.
Von den Trumpfkarten bleiben dann noch 8, 9, 10, Knig (auer Herz) und As brig, also sind 12 bis 13 der 33 Karten Trmpfe.
Die Perlaggen stechen smtliche Trmpfe und normalen Karten, und selbst in der getauften Form bleibt ihre Rangfolge erhalten: ist zum Beispiel Herz Trumpf, so knnen durchaus 9 Herz- Assen im Spiel sein, die hchste aber
ist der getaufte Herz Knig, der
≡Martl, der als Trumpf As alle brigen, sofern er gleich hoch oder hher als diese getauft wird, sticht,
[ ]
Der Martl
heit nach Martell. Wikipedia lehrt uns:"The Battle of Tours,[6] also called the Battle of Poitiers and the Battle of the Highway of the Martyrs was fought on 10 October 732, and was an important battle during the Umayyad invasion of Gaul. It resulted in victory for the Frankish and Aquitanian forces, led by Charles Martell, over the invading Umayyad forces, led by Abd al-Rahman al-Ghafiqi, governor of al-Andalus. Many historians, including Edward Gibbon, have credited the Christian victory as an important factor in curtailing the spread of Islam in Western Europe." [https://en.wikipedia.org/wiki/Battle_of_Tours]
siehe Youtube
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(der hchste Perlagg); es folgt der Weli, dann die anderen Perlaggen oder Arkana (der eingedeutschten Mehrzahl vom lateinischen arcanum" = Geheimnis des Tarock). Es ist beraus schwierig in einer Spielsituation in der potentiellen Vieldeutigkeit die richtige Verwendung einer solchen Karte festzulegen - als Stecher, als Trumpf, oder als Teil eines bestimmten Bildes - dazu jedoch
spter.
Varianten: Sdtirol: jede Farbe kann Trumpf werden, stndige Perlaggen sind
Eichel 7 (der Spitz), Schell 7, Weli, Herz Knig.
Das bedeutet aber, dass es mit den Trumpfperlaggen in den Farben Herz, Eichel
und Schell 6 und bei Laub 7 wandelfhige Karten gibt.
1.3 Geben
Egal, ob 2,3 oder 4 Spieler spielen, wird durch Abheben des Stapels bestimmt wer gibt (der, welcher die ranghchste Karte abgehoben hat). Danach wird der Stapel gemischt, und dem zur Rechten des Gebers sitzenden Person zum Abheben gereicht. Kommt dabei einer der stndigen Perlaggen zum Vorschein, nimmt ihn der Abheber, und kann auch die jeweils folgende Karte nehmen, falls wieder ein stndiger Perlagg' kommt und erhlt in der Folge nur noch so viele Karten, dass er auf 5 Stck kommt.
Gegeben werden dann im Uhrzeigersinn in der ersten Runde 2 und in der zweiten 3 Karten.
Nach diesen 10 (bei 2 Spielern), 15 (bei 3 Spielern, wo jeder fr sich alleine spielt) oder 20 Karten ( = 2 Mannschaften) wird die nchstkommende, die kein Eichel sein darf -
≡ Eichel ist nie Trumpf
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Tauschen
So kann es sein, dass der Geber Eichel 7, 8, 9, 10, Unter, Ober, Knig und/oder As und erst dann eine Trumpffarbe aufdeckt und somit der Geber samt Partner sich bis zu 3 Eichelperlaggen und den Trumpfperlagg holen kann.
Wichtig:
1. Fllt beim Abheben eine Karte herunter ("trettlt") oder werden beim Holen des abgehobenen Perlagg's mehr als eine Karte sichtbar, darf nichts geholt werden!
2. Es muss immer zuerst der Farbperlagg' und dann erst der Eichelperlagg geholt werden!
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- umgedreht und ist Trumpf. Sodann mu allen anderen in der Innsbrucker Variante auch der Boden des Reststapels gezeigt werden (Luck und Boden); im Oberland bleibt diese Karte unbekannt.
Ist diese Karte ein Perlagg', so kann er vom Geber mit gleicher Farbe ausgetauscht werden oder mit einem Eichelperlagg' "besser gemacht" werden. Falls der Geber nicht alle liegenden Perlaggen holen kann, ist sein Partner dran, dann kommen die Gegner reihum dran.
Wird vom Geber eine Karte mit dem Bild nach oben ausgeteilt, oder gibt er einem Spieler nicht 2 + 3 Karten, so wird neu gegeben, allerdings kann ein glcklicher Abheber seine(n) Perlagg)en) behalten und neuerlich abheben.
Und dann waren da noch folgende Bestimmungen:
# In der harten Variante bei Turnieren wird "vergeben" (4 oder 6 Karten ausgeteilt oder ein Bild zu sehen) zustzlich mit 2 Strafpunkten bedacht.
# Stellt sich allerdings heraus, dass ein Spieler mit zuviel Karten gespielt hat, ohne dies unverzglich zu melden, so verliert seine Partei alle erreichten Punkte der Runde und wird zustzlich 2 Punkte gestraft.
# Es kann durchaus vorkommen, dass Perlaggen liegen bleiben. Dann bleibt allen der Trost, dass zumindest der Gegner diese nicht hat, was die Berechnung der Spielchancen erleichtert.
# Wird beim Austauschen aber ein Fehler gemacht (dem Partner ein Perlagg berlassen), dann heit die Strafe Partieverlust!
# Die jewils nchste Spielrunde gibt der zur Linken des vorherigen Gebers sitzende Gegner.
# Kann man auch mit der Schrift nicht nachweisen, wer an der Reihe ist, dann wird der momentane Geber beibehalten. Wird jedoch nachweislich fallsch gegeben, so kann bis vor der fnften Karte der Nachweis gebracht werden und neu gegeben werden, alles geschriebene verfllt! Also darf man auch da nicht schlafen, denn eine falsche Gebreihenfolge kann bei Rundengewinn verschwiegen werden; aber bei Verlustdrohung kann man sich damit retten und eine zweite Chance erhalten.
# Verwendet ein Spieler eine Karte aus dem Talon (nichtverwendeter Stapel), dann ist seine Partie verloren.
1.4 Das Taufen
Wird eine Karte gespielt, so wird sie vor dem Spieler offen, von links nach rechts auf den
Tisch gelegt.
Will man einen Perlagg zur Komplettierung einer Figur oder aus anderen spieltaktischen Grnden umtaufen, so mu dies erfolgen, bevor die Karte auf dem Tisch losgelassen wird. Eine Taufe kann nicht rckgngig gemacht werden.
Wird ein Perlagg nicht getauft, sein Taufen vergessen oder die Karte losgelassen, bevor sie getauft wurde, so ist sie, was ihr Bild darstellt.
1.5 Der Spielzweck
Die drei Elemente
Das Perlaggen ist kein Spiel, in dem die Punkte der Kartenaugen gezhlt werden.
SPIEL
Vielmehr ist hnlich dem Watten oder Bieten, zuerst einmal wichtig, wer die Mehrzahl der Stiche macht.
Da je Spieler 5 Karten ausgeteilt werden, mssen also 3 Stiche gemacht werden, die dem zufallen, der in jeder Runde die hchste Karte gespielt oder getauft hat, entweder in der ausgespielten Farbe, oder in der Trumpffarbe, oder als Perlagg, der ungetauft das ist, was sein Bild zeigt, oder vor dem Loslassen auf dem Tisch als eine hhere Karte, ein hherer Trumpf etc. getauft wurde.
Die drei Farben, die nicht Trumpf sind, sind gleichwertig, und nur eine Karte, die gleichfarbig und hher ist als die ausgespielte, kann diese "stechen", also punkten.Hher sind alle Trmpfe und alle Perlaggen - soferne diese als Trumpf oder hherer Wert getauft wurden.
Erster Ausspieler ist der Spieler links vom Geber; und jede weitere Runde wird von dem begonnen, der des vorigen Stich gemacht hat. Wirft jemand, ohne dran zu sein, so "pickt" die Karte (auer, er htte Trumpf bedienen mssen - dann aber muss er auch bedienen und kann nicht stechen).
Dies allein wre hnlich wie das Watten. Aber beim Perlaggen hat ja der Teufel die Hnde im Spiel, und daher geht es um verwirrende Zielalternativen.
Die Figuren Gleich und Hanger
Zugleich aber geht es auch um zwei Arten von Figuren.
Whrend es beim "Gleich"(Poker) um mglischst viele, bei Gleichzahl aber mglichst hohe Karten mit gleicher Punktezahl geht, ist der "Hanger" eine Sequenz gleichfarbiger Karten (street flush). Beide Figuren zhlen ab zwei Karten eines Spielers (nicht einer Spielpartei), maximal knnen also durchaus in einem Spiel 12 Assen gespielt worden sein (4 echte Assen und 8 als Assen getaufte Perlaggen.)
Das einfache Gleich (Paar) beginnt bei 2 Siebenern, und reicht bis zu zwei Assen, danach folgt das hhere "tritzige" Gleich (Drilling), wieder ab dem Siebener, dann das "Viertige" (~Pocker) und schluendlich das fnftige Gleich, von denen das Hchste aus lauter Assen besteht.
Davon mu keine einzige eine Echte sein, auch fnf getaufte Perlaggen reichen hin. Haben beide Parteien ein gleich hohes Gleich, dann "steht" es - keiner schreibt einen Punkt. Ansonsten wird nach Spielende das hchste Gleich zum gebotenen Wert geschrieben.
Analog verhlt es sich beim Hanger - auch hier ist der hchste Hanger ein fnftiger, As-hoch, also eine gleichfarbige Sequenz, die vom Zehner an aufsteigt.
Fr jede dieser Figuren gibt es je einen Punkt, somit werden je Runde 1-3 Punkte vergeben - aber auch hier gibt es das Kontra und Re.
Karten knnen Mitglieder in beiden Figuren sein. Das Potential der gehaltenen Karten und die Tauffhigkeiten der Perlaggen sowie die Fhigkeit dazu noch einen Stich zu machen, verlangt einiges an Rechenarbeit, und kann mitunter einen Spieler berfordern. Somit ist das Spiel kein Glcksspiel oder gar nur ein Ablegespiel, sondern eine Denksportart. Das begrndet aber auch die Schmerzhaftigkeit des Verlustes und die Freude am Sieg, denn nur ganz selten meldet man die schlechten Karten zu Recht als urschlich; meistens ist die strategische Denkfhigkeit schuld an der Misere. Daher ist Perlaggen auch eine Art IQ-Test.
1.6 Das Bieten
Sind gengend Schwindler am Werk, dann geht die Partei (mit 15 Punkten) aus, die schreibt, also die, welche vermerkt, wer welches Spiel mit welcher Punktezahl gespielt hat.
Unter ehrlichen Perlaggern, die allenthalben gesichtet werden, wird also notiert:
Je ein Punkt fr das Spiel (3 Stiche), das Gleich und den Hanger.
Nun ist aber auch hier ein Re und Konter mglich, das heit, jeder Figur kann man separat einen hheren Wert zuordnen, indem man sie "bietet".
Es ist ohne Belang, ob einer gegen den Willen oder in der Hitze des Gefechtes, ohne sich beim Partner zu versichern im Alleingang bietet - er mu dann das Gebotene nachweisen, und die Partei kann nicht mehr zurcktreten. Die Gegner
sind nun gehalten, dazu Stellung zu nehmen. Sie knnen "gehen", das heit, dem Gegner in dieser Figur 1 Punkt kampflos zu berlassen; sie knnen "halten", also der Drohung standhalten und in dieser Figur 2 Punkte ausspielen, und sie knnen schlielich gleich oder spter einen weiteren Punkt draufsetzen, indem sie 3 Punkte anbieten - dann aber kann die erstere Partei wiederum alle diese mglichen Antworten erwgen und so weiter, bis es auch um das gesamte Spiel geht ("3 - 4 - 5 - 6 - 7 - Spiel aus!").
Das Lizentieren hat also erst dann ein Ende, wenn alternierend eine Partei den Wert dieser Figur bis zum Hchtpunktewert, bei dem das Spiel siegreich beendet wird, hinaufgetrieben hat.
So ist es nicht nur mglich, abzuwgen, welche Figur man spielt oder spielen kann, auch ein Umschwenken, Taktieren, Bluffen und Jagen wird mglich; und besser spielt, wer mit dem schlechteren Blatt in der Hand am Ende mehr Punkte ergattert.
In Sdtirol geht ein Spiel bis 18, in Nordtirol meist bis 15 Punkte.
Hat eine Partei 14 Punkte, so wird sie "gestrichen", sie darf nun nicht mehr bieten. Dies kann auch innerhalb einer Runde geschehen, wenn zum Beispiel eine Partei 13 Punkte hat, ein Gleich bietet, und dieses von den Gegnern gutgeheien wird, sie also nicht auf dem Ausspielen bestehen. Nun hat die erstere Partei virtuell 14 Punkte, ist also de fakto gestrichen, was aber noch nicht auf der "Schrift" ersichtlich gemacht wird. Dennoch darf sie sich nicht hinreissen lassen, nun noch etwas zu bieten, sonst gibt es 2 Minuspunkte; denn: "kein Spieler schlft".
Man kann auch alle drei Figuren zugleich bieten: "Hll' auf!", und der Gegner kann nun entscheiden, welche Figur(en) er halten oder weiter steigern will. Bietet man Hll' auf, bevor man die Karten gesehen hat, kann man selbst entscheiden, welchem Spielzweck man sich widmet, hat man nach dem Ansehen der Karten geboten, mu man Gleich und Hanger, so man kann, auch vorweisen. Bietet man Hll' auf bei 12 Punkten, wird man 2 gestraft, denn dann ginge das Spiel ja schon auf 15, wenn der Gegner nichts schauen wrde - das wre ja amerikanische Sanktionspolitik, der man nicht entkommen knnte.
Letzter Sonderfall: erreicht eine Partei 14 Punkte, mu sie nicht zu Ende spielen, sondern kann (in Sdtirol tritzig) in Nordtirol "Viertig erlaubt?" fragen, also anmelden, man habe eine hohe Figur, mit der man bereits 15 Punkte erreichen, also "aus" gehen knnte. Der Gegner kann dann, falls einer der Spieler ebenfalls eine viertige Figur hat, mit "Viertig nicht erlaubt!" antworten - dann wird normal weitergespielt, bis eine Partei 15 erreicht hat; man kann aber auch erhhen mit "Fnftig erlaubt?". Diese angebotenen Figuren mssen aber auch vorhanden und bildbar sein, sonst gibt es ein Bummerl. Im Falle, dass weder geboten (das Vorgebotene geht aus und auch die beiden anderen Figuren, die frher erreicht worden sein knnen, zhlen erst, wenn das Vorgebotene geschrieben wurde), noch eine viertige oder fnftige Figur urgiert wird, geht das Spiel in der Reihenfolge Spiel - Gleich - Hanger aus.